2013

Ist der Kapitalismus noch zu retten?
2. Symposium: Niko Paech zum Wachstumsparadigma
2. Symposium: Eine Welt ohne Banken?
2. Symposium: Einsatz für den Wandel
Charles Eisenstein – Money, Values & Trust
David Graeber – Debt and the Future of Democracy


6. Juni 2013, Gessnerallee Zürich:

Ist der Kapitalismus noch zu retten?

Input-Referat und Podiumsdiskussion am 6. Juni 2013 in der Gessnerallee Zürich mit Petra Pinzler (Autorin), Cédric Wermuth (SP-Nationalrat) und Hanno Pahl (Kolleg Postwachstumsgesellschaften, Uni Jena). Moderation: Klaus Ammann, Wirtschaftsredaktor SRF.


2. DANACH-Symposium, Freitag 27. September 2013:

Niko Paech zum Wachstumsparadigma

Niko Paech (1960) gilt als Deutschlands bekanntester Wachstumskritiker. Er hat Volkswirtschaft studiert und ist heute Professor der Universität Oldenburg. Bekannt geworden ist er durch sein Buch «Befreiung vom Überfluss». Er gilt als einer der wenigen seiner Disziplin, die das Wachstum und damit zum Beispiel auch den Green New Deal grundsätzlich in Frage stellen. Weiter ist Niko Paech dafür bekannt, dass er selber lebt, was er fordert. So sass er erst ein einziges Mal in einem Flugzeug und tauscht selber Dinge auf dem von ihm als Agenda-21-Beauftrager der Stadt Oldenburg mit initiierten Verschenkmarkt.

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2. DANACH-Symposium, Samstag 28. September 2013:

Eine Welt ohne Banken?

Barbara Bohr: Die Banken gehen nicht mit der Zeit
Es heisst, es ginge nicht ohne Banken. Darum wurden und werden Milliarden von Steuergeldern dafür aufgewendet Banken zu retten. Barbara Bohr ist keineswegs der Meinung, es ginge nicht ohne. Im Gegenteil: Sie glaubt sogar, dass sie mittel- bis längerfristig ersetzt werden könnten, falls sie nicht grundsätzliche Anpassungen in ihren Geschäftsmodellen vornehme. Mit der Organisation «Die Vorbänker» forscht sie, was ein ethisches Bankenwesen ausmachen könnte und arbeitet mit holländischen Kollegen an einem webbasierten System um auf der Grundlage des Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit Banken und Finanzdienstleistungen miteinander vergleichen zu können. Barbara Bohr ist Projektleitercoach und Dozentin für Kommunikation an der Hochschule für Technik in Rapperswil. Sie ist mit einer Banklehre ins Berufsleben gestartet, hat sie während vielen Jahren in Führungspositionen im Finanzwesen gearbeitet – dort vor allem im Informationssektor.

 

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Gerhard M. Buurman: Design von Finanzdienstleistungen
Professor Dr. Gerhard Buurman ist Leiter des Institutes für Designforschung an der Zürcher Hochschule der Künste. Hier untersucht und entwickelt er mit seinem Team das Design von Finanzdienstleistungen – das heisst, wie diese gestaltet sein sollten, damit sie der Kundschaft entsprechen. Obwohl durchaus ein Optimierungspotential besteht, ist das Interesse seitens der Banken begrenzt oder gar nicht vorhanden, Anpassungen am Design vorzunehmen: An den Regeln der Interaktion. In seiner Auseinandersetzung ist er zusehends auch auf alternative Systeme wie Lokalwährungen, Tauschsysteme und Gemeinschaftsgärten gestossen, die er als ökonomische «Spiele» bezeichnet. In seinem Referat fasst er die Erkenntnisse seiner Arbeit zusammen so dass die «Spiele» der Banken vergleichbar werden mit möglichen, anderen und neuen «Spielen», wie sie teilweise auch Barbara Bohr skizziert. Dabei steht der «spielende Mensch» im Mittelpunkt.

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Hervé Dubois: Die funktionierende Alternative, die WIR-Bank
Wir standen bereits einmal an einem ähnlichen Punkt wie heute, was die Krise des Finanzwesens anbelangt: Die WIR-Bank wurde in den 30er-Jahren gegründet. Während viele andere Systeme, wie z.B. in Wörgl in Österreich, vom Staat unterbunden wurden, hat die WIR-Bank überlebt und ist heute vielleicht sogar das grösste Komplementärwährungs-System weltweit, auch wenn sie sich im Laufe der Zeit verändert hat, nur im Geschäftsbereich agiert und damit Privatpersonen nicht zur Verfügung steht. Hervé Dubois, seit vielen Jahren Pressesprecher der WIR-Bank, erzählt uns von den spannenden Anfängen der Komplementärwährung, benennt aus seiner Sicht die Erfolgsfaktoren und gibt einen kurzen Überblick darüber, was sich im kriselnden Europa in dem Bereich tut. Denn an ihrem Hauptsitz in Basel empfangen sie fast wöchentlich Delegationen aus ganz Europa und darüber hinaus, die sich für den WIR interessieren.

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2. DANACH-Symposium, Sonntag 29. September 2013:

Einsatz für den Wandel

Andrea Baier
Andrea Baier arbeitet bei der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis. Die Entwicklungssoziologien war mehrere Jahre in Forschung und Lehre am Oberstufenkolleg der Universität Bielefeld tätig und Mitbegründerin des Instituts für Theorie und Praxis der Subsistenz. Von 2004 bis 2006 war sie Mitarbeiterin im anstiftungs-Forschungsprojekt «Nachhaltige Lebensstile und Alltag», davor im BMBF-Forschungsprojekt «Ansätze nachhaltigen Wirtschaftens in der ländlichen Gesellschaft». Seit 2007 ist Baier wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftungsgemeinschaft im Bereich Forschung und Evaluation. Schwerpunkte: Subsistenz, Regionalisierung, nachhaltige Lebensstile. Ausserdem schrieb sie mehrerer Bücher, u.a. zusammen mit Christa Müller und Karin Werner «Wovon Menschen leben – Arbeit, Engagement und Musse jenseits des Marktes» (oekom Verlag, 2007) und «Stadt der Commonisten – Neue urbane Räume des Do it yourself» (transcript, 2013).

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Podiumsgespräch
Andrea Baier diskutiert mit Christian Müller Mitgründer der «Community Supported Agriculture»-Genossenschaft Ortoloco und Promoter der Volksinitiative für bedingungsloses Grundeinkommen, Tilla Künzli vom Verein UrbanAgriCulture Basel und Beat Junker von Petzi, dem Dachverband der Schweizer Musikclubs. Wir setzen uns mit Anreizen und Hindernissen für Engagement auseinander und fragen uns zudem, was ein Grundeinkommen diesbezüglich bewirken könnte. Moderation: Thomas Gröbly, Ethik-Labor. (von rechts nach links)

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18. September 2013, in Zusammenarbeit mit [project 21]:

Charles Eisenstein – Money, Values & Trust

Fortunately, the money system as we have known it is breaking down. In this talk, Charles Eisenstein will explain the forces driving its collapse, and lay out a vision of a new kind of money system that will replace it. It is indeed a vision that is already emerging today as institutions — and we as individuals — step deeper into transition. Join Charles for a mind-opening glimpse of solutions and new ideas for the future of money and economics — and how we can contribute to it.

Charles Eisenstein is a teacher, speaker, and writer focusing on themes of civilization, consciousness, money, and human cultural evolution.


10. Oktober 2013, in Zusammenarbeit mit dem GDI, Gottlieb Duttweiler Institute:

David Graeber – Debt and the Future of Democracy

Am Donnerstag den 10. Oktober 2013 war David Graeber in Zürich, an einer Veranstaltung, die das GDI Gottlieb Duttweiler Institute in Rüschlikon in Zusammenarbeit mit DANACH und dem Ethnologischen Seminar der Universität Zürich veranstaltet. Das Fernsehen SRF benutzte die Gelegenheit und lud Graeber zum Gespräch:

Unter dem Titel «Debt and the Future of Democracy» verband der Amerikaner im ausverkauften GDI die wichtigsten Stränge seines Denkens zu einem Plädoyer für einen radikalen Schuldenerlass und für mehr direkte Demokratie. Ein Zusammenschnitt des Vortrages:

David Graeber, geboren 1961, ist Ethnologe und Anarchist. Der Amerikaner lehrt an der Yale University, London School of Economics. Der Vordenker der Occupy-Bewegung hat mit seinem Buch «Schulden» das «definitive Buch zur Krise» (FAZ) geliefert.

Nun kommt Graeber erstmals und exklusiv in die Schweiz. Im GDI erklärt er, warum ein allumfassender Schuldenschnitt die beste Bewältigung der Krise wäre und wie eine bessere Zukunft zu gestalten ist.

Der Professor und Fürsprecher der Anarchie entwirft eine Utopie, in der der Kapitalismus nicht mehr unser Leben bestimmt und in der gerade deshalb technologischer Fortschritt und echte direkte Demokratie erst möglich werden.

Tages-Anzeiger-Interview mit David Graeber

GDI-Interview mit David Graeber