2015

Veranstaltungen

Weitere Aktivitäten


Veranstaltungen 2015

DANACH jetzt!

Im November 2014 lancierten wir die Veranstaltungsreihe «DANACH jetzt!» zusammen mit dem Dock18 in der Roten Fabrik. Dabei stellten sich immer zwei Projekte oder Organisationen vor. Zudem konnten sie sich mit einer Fragestellung direkt an das Publikum wenden und in einem partizipativen Teil nach Antworten suchen.

Die Veranstaltungsreihe haben wir 2015 an einem neuen Ort und neu am Mittwoch anstatt am Freitag weitergeführt. Mit dabei waren Bio für jede, Lern Dich Frei, Kulturbande, Tatenträger, Openki, Machwerk Winterthur, Nebenrolle Natur, Vollgeld-Initiative, die Initiative Grundeinkommen, Foodwaste.ch sowie die Ernährungssouveränitätsinitiative und der Nachhaltigkeitskompass wurde vorgestellt. Obwohl der neue Ort am Sihlquai 125 zentraler gelegen war, nahmen die Besucherzahlen aber ab. Es wäre also nochmals angesagt gewesen, dafür einen neuen Ort zu suchen. Da aber in unserer Wahrnehmung auf lokaler Ebene Aktivitäten neuer Organisationen sichtbar wurden (dazu später mehr) und unsere Kapazitäten grad sehr beschränkt waren, haben wir im Sommer 2015 beschlossen, vorerst darauf zu verzichten.

WandelBar

Weiter lancierten wir Anfang 2015 eine zweite Veranstaltungsreihe, die ebenfalls monatlich am gleichen Ort stattfand. Die «WandelBar» sollte der Stammtisch der Wandel-Interessierten in Zürich werden. Die angehenden «Expertinnen und Experten» einer neuen Lebensweise tauschen sich dabei darüber aus, was einen zukunftsfähigen Lebensstil ausmacht. Angedacht war ein offener und freier Abend, ohne vorgegebenes Thema, für einen kreativen und ergebnisoffenen Austausch und für eine organisations- und projektübergreifende Vernetzung. Aber auch diese Veranstaltungen stiessen auf nicht so viel Anklang wie erhofft und lockten bestenfalls einige wenige Personen. Ob es am Ort, am Wochentag oder am Konzept gelegen hat, können wir nicht mit Sicherheit sagen. Diese Veranstaltungsreihe soll – in Verbindung mit der Präzisierung und Schärfung des Angebotes an Coaching und Beratung – zum geeigneten Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.

Mitgliederversammlung

Im Mai 2014 führten wir unsere jährliche Mitgliederversammlung in der Bau- und Wohn-genossenschaft Kalkbreite durch. Da wir aus zeitlichen Gründen diesmal auf ein  «Rahmenprogramm» verzichteten, hielt sich der Zulauf an Besucherinnen und Besuchern im Gegensatz zum Vorjahr im Rahmen. 

Weitere Aktivitäten

Meta-Netzwerk-Treffen wird zum Transposium

Im November 2014 organisierten wir in Zürich erstmals ein Vernetzungstreffen für Organisationen, die in ihren Regionen Vernetzungsarbeit leisten und Wandel-Prozesse anstossen (z.B. Transition-Initiativen). Eingeladen wurden Organisationen aus der ganzen Schweiz und den benachbarten Bundesländern in Deutschland und Österreich.

Im 2015 fanden drei weitere Treffen im März, Juni und Oktober statt. Jedes Mal folgten rund zwanzig Personen der Einladung. Während bei den ersten drei Treffen (2014, 1. Halbjahr 2015) der Fokus nach aussen im Zentrum stand und ambitionierte Pläne geschmiedet wurden um Ansätze wie Transition Town und neue Ansätze lokaler Wirtschaftskreisläufe (Komplementärwährungen, Lebensmittelkooperativen, Gemeinschaftsgärten, etc.) breiter bekannt zu machen und in Kontakt mit der Politik zu treten, setzte im Herbst 2015 erstmal eine gewisse Ernüchterung ein weil bei den Teilnehmer/-innen dafür die Ressourcen fehlten. In der Folge kam aber die Erkenntnis, dass diese Treffen auch eine Lernplattform darstellen können und der Austausch im Vordergrund stehen kann. Dafür kam man sich verschiedenen Methoden aus der Organisationsentwicklung und Grossgruppenmethoden bedienen wie World Café und BarCamp. In diesem lebendigen Prozess erhielten die Treffen mit Trans-posium (zusammengesetzt aus Transition und Symposium) einen neuen Namen. Im November 2015 fand an einem Samstag das erste Treffen mit dieser neuen Ausrichtung statt und es war geprägt von einem lebendigen Austausch und einer befruchtenden Atmosphäre. Dazu hat auch beigetragen, dass uns vier Personen aus Spanien besucht haben, die dort in ähnlichen Kontexten aktiv sind. Sonntags trafen sich dann die IT-affinen Personen aus diesem Kreis noch selbstorganisiert für einen Hackaton um gemeinsame Aktiväten und gegenseitige Unterstützung  auszudenken.

Transition Zürich und Wandellust

2014 und im ersten Halbjahr 2015 nahm sich Manuel Lehmann mit einem Mandat von DANACH Zeit um Unterstützung zu leisten beim Aufbau von Transition Zürich. Die neue Organisation will in Zürich Vernetzungsarbeit im Bereich Nachhaltigkeit leisten und Engage-ment anstossen und fördern. Im Sommer 2015 wurde eine Kick-Off-Veranstaltung durch-geführt. Für das Frühjahr 2016 ist eine partizipative Veranstaltung in der Wandellust geplant. Während Manuel Lehmann in der ersten Hälfte 2015 noch regelmässig an den Sitzungen von Transition Zürich teilnahm, stand er in der zweiten Hälfte nur noch ab und zu beratend mit Tipps zur Verfügung. Dies geschah einerseits mit dem Gedanken Raum zu lassen innerhalb von Transition Zürich für die Personen, die am ehesten tragende Funktion übernehmen konnten.

Und andererseits weil der Aufbau des neuen Projektes Wandellust viel Zeit in Anspruch nahm. Im Frühjahr 2015 hatte Manuel Lehmann auch dafür ein bezahltes Mandat von DANACH. Im April 2015 wurde aber ein eigener Verein gegründet und bereits im Mai 2015 konnte das Alte Kirchgemeindehaus Neumünster im Zürcher Seefeld für eine mindestens zweijährige Zwischennutzung übernommen werden. Der Fokus von Manuel Lehmann lag vorerst stark auf der Konzeptionierung und dem Fundraising während die drei anderen, jüngeren Mitglieder im Vorstand der Wandellust eher darauf fokussierten die Räume möglichst schnell nutzbar zu machen. Neben rund 30 Arbeitsplätzen bietet das Haus einen Saal für 180 Personen und zwei kleinere Veranstaltungsräume. Es gelang Manuel Lehmann die Stadt Zürich (Kontraktmanagement Soziokultur) und die Stiftung Mercator Schweiz für finanzielle Unterstützung zu gewinnen.

Trotzdem blieb der Aufbau des Projektes sehr anspruchsvoll und die Differenz zwischen den Zielsetzungen und dem, was in so kurzer Zeit erreichbar war mit den begrenzten Ressourcen innerhalb des Vorstandes, führten dazu, dass sich Manuel Lehmann im November 2015 aus dem Projekt zurückzog um wieder mehr auf DANACH fokussieren zu können. Mit dem Thema Ernährungsstrategie und Ernährungsrat hat Manuel Lehmann aber im Rahmen der Wandellust ein Projekt lanciert, das unter dem Dach von DANACH weitergeführt werden soll. Hierfür besteht ein Austausch mit der Stiftung Mercator Schweiz über die Art und Weise wie dies geschehen könnte.

Bachelorarbeit Manuel Lehmann

Nachdem Manuel Lehmann bereits für seinen Praxiseinsatz im Rahmen der Ausbildung Soziokulturelle Animation an der Hochschule Luzern bei DANACH tätig war, widmete er auch seine Bachelorarbeit «unseren» Themen. Die Arbeit «Wir sind Wirtschaft! Können Ansätze aus Community Organizing und Soziokultureller Animation einen Beitrag leisten für den Übergang zu einem neuen Wirtschaftssystem?» fragt nach der Motivation und dem Umfeld der Akteurinnen und Akteure einer kollaborativen Wirtschaft. Sie beginnt mit einer Situationsanalyse zur nachhaltigen Entwicklung mit der Frage nach den Handlungsspielräumen von Politik, Zivilgesellschaft und der Sozialen Arbeit. Anschliessend widmet sie sich der Beschreibung der kollaborativen Wirtschaft und zeigt auf, dass diese aktuell eher als Netzwerk, denn als soziale Bewegung definiert werden kann.

Die Soziokulturelle Animation kann unter Einbezug von Ansätzen aus dem Community Organizing in diesem Bereich aktiv werden. Dabei steht aktuell die Transition Town-Bewegung bereits in der Tradition des Community Organizing. Diese Arbeit zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Bewegung, der Soziokulturellen Animation und dem Community Organizing auf.

Zum besseren Verständnis der kollaborativen Wirtschaft wurde eine qualitative Sozialforschung mittels Expertinnen- und Experteninterviews durchgeführt. Hiermit konnten mögliche Handlungsansätze für die Soziokulturelle Animation ermittelt werden. Diese bewegen sich aber aktuell meist ausserhalb der bestehenden Strukturen des Sozialbereichs. Voraussetzung ist darum die Bereitschaft, eine anspruchsvolle Aufgabe anzunehmen und sich mit taktischem Geschick im Kontext einer grösseren Bewegung zu vernetzen und zu positionieren.

Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016 – 2019 des Bundesrates

Die Nachforschungen zu der Bachelorarbeit, wie die Ansätze der kollaborativen Wirtschaft im Kontext der Nachhaltigkeit in politische Prozesse eingebracht werden konnten, brachten unerwartete Möglichkeiten mit sich. So konnte sich Manuel Lehmann für DANACH auf Bundesebene mit seinem Anliegen die Potentiale der kollaborativen Wirtschaft zu kennen und auszuschöpfen, einbringen. Wir konnten dieses Anliegen im Stakeholder-Dialog zur Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016-2019 des Bundesrates platzieren und hatten damit die ersten Hürden in dem partizipativen Prozess genommen. Federführend war dabei das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), das deswegen bereits auf Nationalfond für Forschungsgelder zugegangen ist. Unser Vorschlag fand in dem Prozess zu unserer Über-raschng die Zustimmung von Economiesuisse und des Gewerbeverbandes. Im bundesinternen Vernehmlassungsprozess, der auf den Stakeholder-Dialog folgte, ist das Anliegen als Massnahme aber nicht durchgekommen und fand darum keinen Eingang in die Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016-2019.

BAFU und Stadt Zürich

Eine Anfrage beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) ergab zudem, dass ein Prozess, um mehr Erkenntnisse zu kollaborativen Wirtschaftsformen für die Nachhaltige Entwicklung zu gewinnen, aktuell nur schwer mit dem politischen Auftrag zu vereinbaren ist. Eine Anfrage bei der Stadt Zürich ergab, dass im Rahmen des Konzeptes 2000 Watt-Gesellschaft bis heute keine Schnittstelle zur Zivilgesellschaft definiert ist und auch die Frage ist, welchem Departe-ment diese zugeordnet wird. Sowohl im Bereich Umwelt, Soziales wie auch Wirtschaft gibt es Berührungspunkte.

Die Studie «Sharecity» der Hochschule Luzern

Es ist aufgrund unserer Erfahrungen also durchaus möglich unser Anliegen in die Politik zu tragen im Rahmen von Stakeholderprozessen. Dabei stossen wir aber auch an klare Grenzen. Umso mehr hat uns die Einladung der Hochschule Luzern, Abteilung Wirtschaft für die Begleitgruppe zu der Studie Sharecity gefreut. Ziel der Studie ist es die Potentiale von Sharing (mit einer breit gefassten Begriffsdefinition, die fast deckungsgleich ist mit unserer Definition unseres aktuellen Lieblingsbegriff «Kollaborative Wirtschaft») für die nachhaltige Entwicklung in allen drei Dimensionen (Wirtschaft, Umwelt, Soziales) zu erforschen. Dabei geht es auch darum herauszufinden, wie Städte und Kommunen Sharing fördern können. Partner der Studie ist der Städteverband und die Stadt St. Gallen. Die Studie findet 2016 und 2017 statt. Es ist ein Wunsch der Initianten, dass daraus ein Runder Tisch entsteht für einen Austausch über die Studie hinaus.

Organisationsentwicklung

Rückblickend ist zu sagen, dass im 2015 sehr viel an Aktivitäten gelaufen ist. Wir haben aber während all dem sehr stark um unsere Ausrichtung und eine Schärfung und Präzisierung unseres Profils. Dies geschah vor allem im Rahmen eines Prozesses zur Erstellung eines Kommunikationskonzeptes angeleitet von Silvia Brenn, neues Vorstandsmitglied und Kommunikationsfachfrau, und dem langjährigen Vorstandsmitglied Dominic Schriber. Dies hatte aber den Nebeneffekt, dass es nach aussen, so erscheinen konnte, dass es sehr ruhig war um DANACH. 

Als Erkenntnis aus dem Praktikumsprojekt «Festival für Zukunftsfragen» fokussierte DANACH im zweiten Halbjahr 2014 und im ersten Halbjahr 2015 auf die Lancierung und Förderung von lokalen Projekten mit einem Bezug zum Kanton Zürich. Dabei liefen die Dinge so, dass durch neue Konstellationen von Menschen, die bei diesen Projekten mitwirken wollten, es sich anbot, dafür eigenständige Organisationen zu gründen. Dies sind, wie bereits beschrieben Transition Zürich und die Wandellust. Mit der Gründung dieser Organisationen war es aber ein Stück weit hinfällig, dass DANACH sich auf der Ebene engagiert. Und fast zufällig ergab es sich über die Bachelorarbeit von Manuel Lehmann, das die nationale Politik stärker in den Fokus kam und wir neue Ziele auf der Ebene formulierten. Dies sind einerseits die Kollaborative Wirtschaft und andererseits der Transition-Ansatz. Und kaum beschlossen kam mit dem Thema Ernährungsrat und -strategie für Zürich doch wieder ein lokales Thema dazu. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass eine logische und nachvollziehbare Kommunikation eine anspruchsvolle Aufgabe ist. Im Folgenden nun die für 2016 geplanten Projekte:

Transposium und Transition-Training

Die Entstehung und Zielsetzungen des Transposium wurden bereits beschrieben. Fakt ist leider, dass diese Veranstaltungen aktuell fast mehr Zulauf aus Süddeutschland und dem Vorarlberg haben als aus der Schweiz. In vielen Regionen der Schweiz läuft noch gar nichts, das in Richtung Transition-Initiativen ginge und die bereits bestehenden Initiativen aus der Schweiz sind entweder bereits fast wieder eingeschlafen oder nur sehr wenig aktiv (Winterthur, Biel) oder noch sehr jung und noch in Findungsprozessen (Basel, Bern und Zürich). So stellt sich uns auch die Frage, wie es zu schaffen ist, dass hier mehr läuft. Und dafür kam uns im Rahmen der internen Prozesse die Idee den bis jetzt nicht wirklich auf Nachfrage stossenden Bereich der Beratung neu zu lancieren um sogenannten «Transition Trainings» «das Werkzeug des Wandels» zu vermitteln. Neben dem, dass die Transition-Initiative selber ein solches Angebot entwickelt hat, wurde Manuel Lehmann mit seiner Ausbildung zum Soziokulturellen Animator viel Material geliefert. All dies muss aber noch aufbereitet werden.

Vorstand

Der Vorstand von DANACH hat 2015 mit Silvia Brenn und Raphael Seebacher zwei neue Mitglieder willkommen heissen dürfen. Auf Ende 2015 ist zudem Fred Frohofer zurückgetreten. Wir danken für seine langjährige, sehr engagierte Arbeit im Vorstand und im Rahmen der vielen Veranstaltungen von DANACH.

Beirat

Im Beirat konnten wir 2015 neu Ueli Nagel willkommen heissen, der neben vielen anderen Engagements zehn Jahre für die Grünen im Gemeinderat von Zürich sass und den politischen Betrieb wie auch die Umweltbewegung der letzten Jahrzehnte sehr gut kennt.

Es fand im Frühjahr ein Treffen mit dem Beirat statt, bei dem der Vorstand über die aktuellen Ziele und Pläne berichtete. Es war aber auch davon geprägt, dass die Schärfung des Profils ein Prozess war, der noch das ganze 2015 andauerte. Auf ein zweites Treffen im Herbst wurde darum verzichtet.

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Der Fokus lag neben dem Kommunikationskonzept, das bis Ende 2015 noch nicht abgeschlossen werden konnte, auf dem Fundraising. Im Rahmen des Transposium lernten wir Carmen Cepon vom Ostsinn kennen, die sich bereit erklärte neben einem kleineren, fixen Betrag auf Provision für das Ecollab das Fundraising zu betreiben. Bis Ende 2015 war dieses Unterfangen erst in der Vorbereitungsphase und noch wurden keine Gesuche verschickt. Ein erfolgreiches Fundraising würde es auch möglich machen, jemanden anzustellen im Bereich Fundraising.

Mitgliederwerbung

Unsere Mitgliederzahl beläuft sich per Ende 2014 auf rund 110 Personen. Dies sind zehn Personen mehr als 2014. Es ist aber auch zu sagen, dass rund 1/5 der Mitglieder ihren Mitgliederbeitrag 2015 nicht bezahlt haben. Dies entspricht in etwa den Werten wie in andere NGO’s auch haben. Eine Aktion um neue Mitglieder zu werben wurde 2015 nicht durchgeführt. Aktuell fehlen auch die Drucksachen, die es dafür brauchen würde. Diese können erst nach dem abgeschlossenen Prozess im Bereich Kommunikation erstellt werden.

Infrastruktur und Büro

DANACH hat ab Mai 2015 einen Anteil (50 %) an einen Büroarbeitsplatz in der Wandellust bezahlt.